Alle Preise
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Literatur

Der mit 5’000.- CHF dotierte Preis wird an Autorinnen und Autoren, die am Anfang ihrer Karriere stehen, für ein herausragendes literarisches Werk (in der Regel ein Erstling) in einer der vier Landessprachen verliehen.

Die Preise können an Autorinnen oder Autoren gehen, die die Schweizer Nationalität besitzen oder mindestens seit fünf Jahren in der Schweiz leben. Es gilt keine Altersbegrenzung.

Im Selbstverlag publizierte Werke können nicht berücksichtigt werden.

 

Lukas Maisel

Buch der geträumten Inseln

Hamburg: Rowohlt, 2020

Jurybegründung:

Virtuos spielt Lukas Maisel in seinem überraschungsreichen und spannenden Debüt mit den Mustern des Abenteuerromans. Der Abenteurer, von dessen kurioser wissenschaftlichen Expedition nach Papua Neuguinea erzählt wird, ist der kauzige, leicht autistische Schweizer Kryptozoologe Robert Akeret. Er hat es sich in den Kopf gesetzt, den Nachweis zu erbringen, dass es jenes fabelhafte Mischwesen zwischen Mensch und Tier, das in vielen Volkskulturen Asiens herumgeistert, tatsächlich gibt. Er heuert drei Männer an, kauft sich ein Schiff und beginnt seine Reise. Wo es die vier schliesslich hin verschlägt, bleibt offen – sie bleiben verschollen. Nuancierte Charakterisierungen verleihen den vier Crewmitgliedern sowie einer geheimnisvollen Schweizer Sponsorin mit ihren unterschiedlichen Temperamenten, kulturellen Hintergründen und Kompetenzen Leben und machen einen der wichtigsten Reize des Romans aus. Auch die Konflikte, die sich bald einstellen, wirken äusserst lebensecht. So hat das Buch realistische Züge, obwohl es sich mit seinem Plot über das Gebot der Glaubwürdigkeit sorglos hinwegsetzt und seinen Traumcharakter gleich schon im Titel eingesteht. Wie das Suchobjekt der erzählten Expedition ist auch das Buch ein Zwitterwesen. Lukas Maisels Erstling überrascht und überzeugt durch seine Originalität, seinen Witz, seine erzählerischen Qualitäten und seinem Vermögen, unterschiedlichste Personen, Welten sowie abseitiges Spezialwissen gegenwärtig werden zu lassen.

«Lukas Maisel, geboren 1987 in Zürich, machte eine Lehre zum Drucker. Bald merkte er, dass er Bücher lieber schreiben als drucken würde und studierte am Literaturinstitut in Biel. Für das Manuskript Buch der geträumten Inseln erhielt er 2017 einen Werkbeitrag des Kantons Aargau und 2019 einen Förderpreis des Kantons Solothurn.»
(Quelle: Webseite des Autors:https://www.lukasmaisel.com)

 

Thomas Flahaut

Les nuits d’été

Paris: Éditions de l’Olivier, 2020

Jurybegründung:

Le jury a été séduit par ces nuits d’été, les nuits de trois jeunes adultes qui partagent une amitié et une même incertitude vis-à-vis de l’avenir. Thomas se fait embaucher, dans le quart de nuit à l’usine où travaillait son père. Mehdi, son meilleur ami y travaille également, tout en aidant son père à vendre de la volaille au marché la journée. Louise, la sœur de Thomas, écrit une thèse de sociologie sur la vie des travailleurs frontaliers dans le Jura. Le cadre de cette histoire, c’est l’usine, la frontière et la nuit, une nuit artificielle qui alimente l’espoir, à moins que ce soit la désillusion et peut-être la résignation. Dans une langue inventive, mélangeant l’argot, le jargon technique et les descriptions millimétrées, ce qui confère à l’histoire et aux personnages une poésie douce-amère, Thomas Flahaut livre une réflexion sociale sur le thème des frontaliers, de la mort de l’industrie, de l’indifférence des patrons et du mépris du contrat social. Les personnages, bien que lucides, avancent au rythme de ce qu’on attend d’eux. Le drame n’est pas spectaculaire, il est minuscule, et c’est bien ainsi qu’avec les personnages, le lecteur s’embarque dans une voie sans issue.

Thomas Flahaut est né en 1991 à Montbéliard. Après avoir grandi en France, dans le Doubs, il a étudié à l’Institut littéraire de Bienne, où il vit désormais. Très actif dans la vie littéraire et culturelle Suisse romande, il est l’un des cofondateurs du collectif franco-suisse Hétérotrophe.